Veranstaltung 25. Februar 2026

Ghana wieder eine Reise wert

Bereits im dritten Jahr in Folge reiste die U12 des VfB nach Ghana. Dort absolvierten die Jungs ein soziales Projekt, lernten eine neue Kultur kennen, kickten gegen afrikanische Teams und sammelten wertvolle Erfahrungen.

Eigenverantwortung übernehmen, Widerstände überwinden und den eigenen Lebensstandard wertschätzen – all dies förderte die Ghana-Reise der U12 des VfB. Während der Faschingsferien verbrachte das Team um Trainer Sebastian Beil und Tim Kirk, Ausbildungsleiter des Grundlagenbereichs im Nachwuchsleistungszentrum, neun Tage in der Küstenstadt Kokrobite. Wie schon die beiden U12-Jahrgänge vor ihnen arbeiteten sie dort an einem sozialen Projekt, lernten die ghanaische Kultur kennen und machten Schritte in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, von denen sie noch lange zehren werden.

Projekt selbst finanziert

Dabei startete das Projekt bereits vor etwa acht Monaten. Jeder Spieler hatte die Aufgabe, mit einer eigenen Idee das nötige Geld für die Reise und die Vorhaben in Kokrobite zu verdienen. Mit Haus- und Gartenarbeit, Haare schneiden, Autos waschen oder auch mit der eigenständigen Organisation und Ausrichtung eines Benefiz-Hallenturniers sammelten die VfB-Talente im vergangenen Herbst und Winter einen fünfstelligen Betrag. Zudem unterstützte die VfB-Stiftung „Brustring der Herzen“ bei der Projektarbeit vor Ort finanziell. Schon bei der Finanzierung erfüllte das Ghana-Projekt seinen Zweck der Persönlichkeitsentwicklung: Eigenverantwortung und kreative Lösungen waren gefragt.

Auch in Ghana waren die Kinder gefordert. Sich zu zweit einen Eimer mit Wasser zum Duschen teilen, körperliche und geistige Anstrengungen unter herausfordernden klimatischen Bedingungen und fernab der Heimat einen Platz in einer neuen Kultur finden – der Aufenthalt in Kokrobite stellte die Kinder vor zahlreiche Aufgaben. „Es gab viele Herausforderungen für die Jungs, deshalb reisen wir nach Ghana“, erklärt Tim Kirk, der das Projekt beim VfB initiiert hat. „Ständig englisch zu sprechen, war am Anfang eine Challenge, wurde aber jeden Tag immer besser. Gegen afrikanische Teams zu spielen, war etwas Neues. Hier mussten die Jungs neue Lösungen auf dem Platz finden. Die tägliche Arbeit war insbesondere in der Hitze schwierig. Die Jungs mussten eine Widerstandsfähigkeit aufbauen, um diese Hürden zu nehmen. Sie haben dies aber mit viel Freude und Energie gemacht und haben uns damit sehr beeindruckt. Ich bin mir sicher, dass die Jungs viel von dieser Reise mitgenommen haben.“

Kicken und Kultur vereint

Die zentrale Aufgabe während der neun Tage in Kokrobite war es, an der Weiterentwicklung des „Kokrobite Chiltern Center“, einem Lernzentrum für Kinder, zu arbeiten. Hierfür füllten die Kinder Sand in Plastikflaschen, um damit sogenannte „Aquaponic Tanks“ zu bauen. Diese großen Wasserbecken dienen beispielsweise der Reinigung von Wasser, zum Anbau von Gemüse oder zur Fischzucht und tragen zur Selbstversorgung der Menschen in Kokrobite bei. Zudem standen Schulbesuche, kulturelle Aktivitäten und der Besuch des Cape Coast Castle auf dem Programm. In diesem ausgedienten Küstenfort lernten die Jungs viel über Sklaverei in Afrika. Auch der Fußball kam nicht zu kurz: In einem Turnier duellierten sich die Jungs aus Cannstatt mit dem örtlichen Verein Little Rock FC sowie einer regionalen Auswahl. Zudem besuchte Ghanas Nationaltrainer Otto Addo die Gruppe und stand bei einer Fragerunde Rede und Antwort.

Am Ende steht erneut ein sehr positives Fazit. „Die Jungs haben gemeinsam Lösungen gefunden. Die Gruppe ist dadurch viel stärker geworden. Diese Verbindungen werden eine lange Zeit halten“, freut sich Tim Kirk und ergänzt: „Es war uns wichtig, dass die Jungs von der Kultur so viel wie möglich mitnehmen. Sie sind jedes Jahr aufs Neue sehr überrascht, wie glücklich die Kinder in Ghana sind, obwohl sie für unsere Verhältnisse nichts haben. Dort sind sie sehr kreativ, haben keine Ablenkungen und spielen viel miteinander.“ Stellvertretend für die gesamte Mannschaft fasst Phillip von Düsterlho eine wichtige Erkenntnis zusammen: „Viele Menschen in Ghana haben sehr wenig. Sie sind aber dennoch sehr glücklich und machen aus dem, was sie haben, sehr viel.“